Anita Shreve: Stille über dem Schnee

Erzählt von einer Zwölfjährigen: Das ist für mich das Besondere an dieser Geschichte über ein ausgesetztes Baby. Kein Lieblingsbuch, aber durchaus lesenswert.

Worum geht’s? Nicky (12) findet Baby im Schnee

Nicky und ihr Vater sind vor zwei Jahren aus New York in ein einsam gelegenes Haus in New Hampshire gezogen. Der Verlust seiner Frau und seines zweiten Kindes durch einen Unfall hat den Architekten Robert Dillon dazu bewegt, in die Einöde zu ziehen und fortan sein Glück als Schreiner zu versuchen. Die beiden wohnen am Ende einer nicht oft geräumten, verschneiten Straße, einige Kilometer vom nächsten Dorf entfernt.

Ab und an vertreiben sich Nicky und ihr Vater die Zeit durch eine Schneeschuhwanderung. Bei einer davon finden Sie ein ausgesetztes Baby und retten es. Am Anfang sind sie Helden, nach und nach werden sie immer mehr in die Geschichte verwickelt. Ich glaube, die Autorin möchte darstellen, dass die beiden wegen ihrer Vorgeschichte nicht ausreichend Distanz zu Baby und Mutter halten können.

Spannung mit ein bisschen Klischee

Das nehme ich der US-Amerikanerin Anita Shreve nicht ganz ab. Ich sehe den Zusammenhang einfach nicht. Aber nichtsdestotrotz liest sich das Buch sehr spannend. Ich mag, dass es die Zwölfjährige ist, die die Geschichte erzählt. So kommen die klischeeverdächtigen Fakten nicht ganz so klischeehaft rüber – zum Beispiel der früher beruflich erfolgreiche Vater oder die Bewohner des Dorfes, vor denen nichts verborgen bleibt. Oder die Einsamkeit, in die sich der Vater vor der Welt zurückgezogen hat.

„Nie besucht mich jemand. Kein Fernsehen. Wir unternehmen nie irgendwas. Du gehst nicht ans Telefon. (…) Und kannst du mir vielleicht sagen, warum du diesem Mann, diesem Steve, eine falsche Nummer gegeben hast? Weil du nicht wolltest, dass er dich anruft. Das ist krank, Dad. Einfach krank.“

Shreve, Anita: Stille über dem Schnee (4. Auflage, 2007), S. 285

„Stille über dem Schnee“ ist einerseits ein typisch amerikanisches Buch. Der Stoff, aus dem Hollywood-Filme sind. Andererseits konnte ich es nicht weglegen und wollte immer wissen, wie es weitergeht. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt.

Dieses Buch ist was für dich, wenn du:

  • du Unterhaltung für einen Winterabend suchst.
  • Hollywood-Filme magst.
  • Jodi Picoult gerne liest.

Ich habe folgendes Buch gelesen:
Shreve, Anita: Stille über dem Schnee. Erschienen bei Piper Verlag GmbH, München, 4. Auflage, 2007.

Herkunft:
Auf dem Flohmarkt gekauft.

Bild: (c) Susanne – aufgenommen in Kopenhagen, 2019

Susanne

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Zurück nach oben