Julia Stagg: Bonjour Véronique

Normalerweise fallen mir während des Lesens tausend Themen für den Blogartikel ein. Nicht bei diesem Buch. Es hat mich so wenig berührt, dass ich gar nicht weiß, was ich dazu schreiben soll. Ich versuche zu schildern, warum:

Worum geht’s? Um eine lange Liste an Themen

„Bonjour Véronique oder ein Dorf hält zusammen“ ist das dritte Buch einer Reihe der britischen Autorin Julia Stagg. Alle drei spielen in demselben Dorf in den französischen Pyrenäen. Den ersten Teil („Monsieur Papon oder ein Dorf steht Kopf“) fand ich recht unterhaltsam, den zweiten Teil („Madame Josette oder ein Dorf trumpft auf“) schon etwas gezwungen. Teil drei ist meines Erachtens eine unausgegorene Ansammlung von Themen. Der Charme, dass eine Engländerin über verschrobene französische Charaktere schreibt, hatte sich schon beim zweiten Band abgenutzt.

„Hoch oben über den grünen Tälern der Pyrenäen des Ariège, wo sich Frankreich an die Grenzen Spaniens und Andorras schmiegt, hockte ein Mann am Rand einer kleinen Lichtung auf der Lauer.“

Stagg, Julia: Bonjour Véronique oder ein Dorf hält zusammen (1. Auflage 2014), S. 1

Darum geht es nun im dritten Teil:

  • Ein Bergdorf, das in seiner eigenen Filterblase lebt und von der Außenwelt nichts mitbekommt
  • Ein Bären-Wiederansiedlungsprogramm der Regierung (inkl. zwei Bärenjungen)
  • Einen Wildhüter, der auch schon mit Indiandern gelebt hat
  • Zwei Erwachsene, die ineinander verliebt sind, es aber nicht realisieren (bis zum Schluss nicht. Ich hoffe, das wird nicht Teil vier…)
  • Alte Autos auf verschneiten Straßen
  • Einen Geist (sic!)
  • Die Tour de France (ja, auch noch)
  • Schüler, die protestieren und demonstrieren
  • Die unsichere Zukunft der französischen Landwirtschaft (ein Bauer muss seinen Hof verkaufen)
  • Politische Intrigen (der gute Bürgermeister soll durch einen bösen gestürzt werden)
  • Ein uneheliches Kind findet seinen Vater

Ich weiß nicht. Muss ich noch mehr sagen? Die Liste ist noch nicht einmal vollständig. Für mich ein nicht gut ausgearbeitetes Sammelsurium an Ideen. Sicherlich gut formuliert – aber zu einem guten Buch gehört mehr als ein netter Schreibstil. Deswegen landet „Bonjour Véronique“ leider in der Kategorie „Bücher, die du nicht unbedingt lesen musst“.

Dieses Buch ist was für dich, wenn du:

  • die ersten beiden Teile noch nicht gelesen hast. Vielleicht hat sich der Charme dann noch nicht so abgenutzt.
  • nicht viel Zeit hast zum Lesen. Die einzelnen Kapitel lesen sich wie Kurzgeschichten, dazwischen kannst du getrost ein paar Wochen verstreichen lassen. Es wird dir nicht auffallen.

Ich habe folgendes Buch gelesen:
Stagg, Julia: Bonjour Véronique oder ein Dorf hält zusammen. Erschienen bei Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg, 1. Auflage 2014.

Herkunft:
Im Ausverkauf im Buchhandel gekauft.

Bild: (c) Susanne – aufgenommen in Kopenhagen, 2019

Susanne

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